Renault Freunde Hohe Acht Hier Spricht die Welt
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Laguna95
RFH8 Mitglied
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Verfasst am:
09.07.2008, 08:37 |
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Paris, Dezember 1898: Das kleine Automobil, das sich tapfer die 13-prozentige Steigung der Rue Lepic zum Montmartre hinauf kämpft, reißt die überraschten Passanten aus ihren Weihnachtsvorbereitungen. Doch für den jungen Mann am Steuer der zierlichen „Voiturette" sollte dieser ungewöhnliche Test den Durchbruch bedeuten: Der damals erst 22 Jahre alte Louis Renault hatte sein wegweisendes 1,75-PS-Gefährt selbst in einem schlichten Holzschuppen auf die Räder gestellt, der im elterlichen Garten von Boulogne-Billancourt steht. Die Probefahrt weckte bei Freunden und Bekannten des genialen Konstrukteurs spontane Begeisterung - innerhalb weniger Tage erhielt Renault den ersten Auftrag über den Bau von zwölf Automobilen.
Dass aus dem vierten Kind eines wohlhabenden Tuchfabrikenten aus Paris einmal eine der führenden Unternehmerpersönlichkeiten Europas werden sollte, dies lag in seiner frühen Jugend nicht unbedingt auf der Hand: Louis Renaults Schulnoten ließen oft zu wünschen übrig. So wenig wie sich der Franzose für den Unterrichtsstoff interessierte, so ungebremst lechzte sein Wissensdurst nach mechanischen und technischen Zusammenhängen. So staunte der Zugführer des Schnellzugs von Paris nach Le Havre nicht schlecht, als aus dem Tender seines Dampfzug plötzlich der zehnjährige Louis Renault hervorkrabbelte - der Knabe wollte aus erster Hand wissen, wie Lokomotiven funktionieren. Wenig später entwarf er ein kleines Dampfschiff mit Serpollet-Kessel, das ganz offiziell die Zulassung für den Schiffsverkehr erhielt.
Sein erstes Automobil, die „Voiturette", zeichnete sich denn auch gleich durch ein revolutionäres Patent aus, das für die weitere Entwicklung des Unternehmens Renault von entscheidender Bedeutung sein sollte: die Erfindung des kettenlosen Antriebs, die die Motorkraft über ein selbst entworfenes Dreigang-Getriebe und starre Wellen an die Hinterräder übertrug. Die Lizenzgebühren, die Louis Renault fortan von anderen Autoherstellern für diese Technik einnimmt, finanzieren den kometenhaften Aufstieg der neuen Marke. Bereits zur Jahrhundertwende beschäftigte die junge Firma mehr als 100 Mitarbeiter.
Louis Renault selbst jedoch blieb zunächst Tüftler und Techniker. Die kaufmännischen Geschicke übernahmen seine älteren Brüder Marcel und Fernand. Schon bald entdeckten sie den Motorsport als probates Mittel, die junge Marke über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt zu machen. Bereits 1899 gewannen Louis und Marcel die Wettfahrt Paris-Trouville, danach auch Paris-Oostende und Paris-Rambouillet. 1900 folgen erste Plätze bei den Langstrecken-Wettbewerben Paris-Bordeaux und Paris-Toulouse - allein dieser Erfolg brachte dem aufstrebenden Unternehmen 350 Bestellungen ein.
Doch die gefährliche Rennerei forderte Opfer: 1903 verunglückte Marcel Renault bei der Wettfahrt Paris-Madrid tödlich. Louis beendete geschockt seine eigene aktive Karriere als Rennfahrer und überließ das Steuer fortan anderen - zum Beispiel dem Ungarn Ferenc Szisz, der 1906 mit einem 30-minütigen Vorsprung den ersten Grand Prix der Automobilgeschichte auf einem Renault 90 CV für sich entscheiden konnte. Doch das Schicksal hielt einen weiteren Rückschlag für den Techniker bereit: 1909 stirbt völlig unerwartet auch sein Bruder Fernand. Der begnadete Konstrukteur - der Zeit seines Lebens davon träumte, aufs Land zu ziehen, um sich nur noch der Erfindung neuer Maschinen zu widmen - übernahm fortan die alleinige Geschäftsführung.
Die ungeliebte Rolle des „Grand Patron" füllte Louis Renault jedoch par excellence aus. Inspiriert von Henri Ford, errichtete er auf der Seine-Insel Séguin ein für die damalige Zeit gigantisches Produktionswerk mit einem 1,5 Kilometer langen Fließband, dem längsten außerhalb der USA. Zugleich baute der Franzose die Modellpalette seiner Firma konsequent aus: Vom 1919 eingeführten Basismodell Renault 10 CV, der europäischen Antwort auf das Model T von Ford, bis hin zur luxuriösen Pullman-Limousine 40 CV mit 9,1-Liter-Sechszylinder für die Reichen und Schönen der Pariser Hautevolee - die Marke mit dem Rhombus im Firmensignet entwickelte sich auf dem alten Kontinent schon früh zu einem der ersten Generalisten.
Zugleich bewahrte sich Louis Renault eine skeptische Haltung gegenüber Einflüssen von außen, seien es Zulieferer - die er für unzuverlässig hielt - oder Financiers. Die Expansion seines längst multinational operierenden Konzerns etwa bewerkstelligte er komplett aus eigenen Ressourcen und verzichtete bereitwillig auf die Mithilfe von Banken. Diese gesunde Eigenkapitaldecke half dem Autohersteller auch, die Weltwirtschaftskrise zu Beginn der 30er Jahre zu überleben.
Es war der Zweite Weltkrieg, der für den Menschen als auch für das Unternehmen Renault eine einschneidende Wende bringen sollte. 1940 okkupierten deutsche Besatzungstruppen die Werke des französischen Herstellers, fortan liefen dort Lkw für die Wehrmacht vom Band - bis die Fabriken von britischen Fliegerverbänden zerstört wurden. 1944, nach der Befreiung von Paris, wurde Louis Renault unter dem Vorwurf der Kollaboration verhaftet. Schwer krank, verstarb der Industrielle am 24. Oktober 1944. Sein Lebenswerk wurde verstaatlicht.
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Opa
Fahrprofi

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Anmeldungsdatum: 08.12.2008
Beiträge: 508
Wohnort: Beerfelden
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Verfasst am:
15.01.2009, 18:41 |
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Renault Geschichte
Seit über 100 Jahren "Créateur d'automobiles"
-Louis Renault konstruierte „Typ A” in einem Schuppen
-Kleinwagen-Bestseller in der Nachkriegszeit
-Privatisierung des Unternehmens in den 90ern
-Als Generalist und Global-Player auf Erfolgskurs
Was heute als historisches Ereignis gilt, blieb damals nahezu unbeachtet: 1889 montiert Louis Renault sein erstes Automobil, den Prototyp des späteren „Typ A”, in einem Holzschuppen in Boulogne-Billancourt. Damit nimmt der geniale Konstrukteur schon damals den aktuellen Markenclaim „Renault. Créateur d'automobiles” vorweg. Erste Probefahrten wecken bei Freunden des Pioniers nicht nur die Neugierde, sondern auch die spontane Begeisterung. Ergebnis: Weihnachten 1898 erhält Renault Aufträge über den Bau von zwölf Automobilen. Kurze Zeit später gründet Louis Renault zusammen mit seinen Brüdern Marcel und Fernand das Unternehmen „Renault Frères” (Gebrüder Renault). Die Folge ist ein rascher unternehmerischer Aufstieg; bereits zur Jahrhundertwende beschäftigt das Familienunternehmen mehr als 100 Mitarbeiter.
Expansion in den goldenen 20ern
Die beiden ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts stehen für Renault ganz im Zeichen der Expansion. Bis 1913 ist der Mitarbeiterstamm auf über 3.000 Personen angewachsen; damit hat sich die Belegschaft binnen zehn Jahren mehr als verdreißigfacht. Im selben Jahr rollt in Billancourt das 10.000. Renault-Modell vom Band. Darüber hinaus profiliert sich Renault in den 20er und 30er Jahren durch Vielseitigkeit: Das Unternehmen entwickelt und produziert Bootsmotoren, Flugzeuge, Lastwagen und Landmaschinen wie Traktoren. 1921 präsentiert Renault sogar erstmals einen Lokomotiven-Prototyp.
Neues Werk mit 1.500 Meter langem Fließband in den 30ern
In den 30er Jahren erobert Renault in mehrfacher Hinsicht Neuland: Auf der Seine-Insel Seguin errichtet das Unternehmen ein neues Werk, ein Projekt, das umfangreiche Vorarbeiten erfordert. Hintergrund: Um das in regelmäßigen Abständen überflutete Eiland „wasserfest” zu machen, wird die Ile Seguin mit über 600.000 m³ Erdmasse um mehr als sechs Meter aufgeschüttet. Auf einer Fläche von 70.000 m² entsteht dann eine neue Fertigungsstätte, deren moderne Produktionstechnik Maßstäbe für die gesamte europäische Automobilindustrie dieser Zeit setzt. Schlagzeilen macht vor allem das 1.500 Meter lange Fließband, das damals weltweit längste außerhalb der USA.
Nachkriegsaufschwung mit praktischen Kleinwagen
Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs führen auch bei Renault zu einer tiefgreifende Zäsur. Nach dem Wiederaufbau ändert das bei Kriegsende verstaatlichte Unternehmen deshalb seine Produktstruktur grundlegend und konzentriert sich zunächst auf ein einziges Modell, den Renault 4 CV. Bis zur Produktionseinstellung im Jahr 1961 verkauft Renault über 1,15 Millionen Fahrzeuge dieses Typs.
1970 eröffnet Renault in Douai ein neues Werk, das im Hinblick auf die Produktionstechnologie neue Maßstäbe setzt. Mit modernsten Fertigungsmethoden, einem hohen Automatisierungsgrad und einer vorbildlichen ökonomie trägt das Werk entscheidend dazu bei, dass Renault in den 70er Jahren zu einem der größten Hersteller des Kontinents avanciert.
Als Global Player in die Zukunft
1998, pünktlich zum hundertjährigen Bestehen, nimmt Renault sein neues Technikzentrum in Guyancourt bei Paris in Betrieb. Das mit einem Investitionsvolumen von rund 6,4 Milliarden Franc errichtete Technocentre versammelt erstmals die gesamten Forschungs- und Entwicklungskapazitäten des Unternehmens an einem Ort.
Die Ende der 80er Jahre begonnene Internationalisierungsstrategie bestätigt Renault Ende der 90er Jahre durch die strategische Allianz mit Nissan und die übernahmen von Dacia in Rumänien und Samsung in Korea endgültig. Am 27. März 1999 unterzeichnen Renault und Nissan in Tokyo ein Abkommen über die Beteiligung von Renault mit 36,8 Prozent am Kapital von Nissan. Die strategische Allianz hat sich bis heute sehr positiv entwickelt. Mit der Marke Dacia, die Renault 1999 übernommen hat, will der Konzern verstärkt den osteuropäischen Markt und Schwellenländer mit hohem Wachstumspotenzial erschließen. Die übernahme von Samsung erfolgt im Jahr 2000. Mittelfristig will das Unternehmen je eine an die Bedürfnisse des koreanischen Marktes angepasste Renault- und Nissan- Fahrzeugpalette einführen.
Renault. Créateur d'automobiles
Im Hinblick auf die Veränderungen des Unternehmens und seinen Status als einer der größten Automobilkonzerne der Welt, stellt Anfang 2001 seinen neuen Markenclaim „Renault. Créateur d'automobiles” vor. Der Claim löst den 15 Jahre lang verwendeten Slogan „Autos zum Leben” ab und signalisiert damit den Start des in eine neue ära. Dahinter steht der Anspruch des Unternehmens, nicht nur einfach Autos zu bauen, sondern auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmte und zugleich eigenständige Automobile zu kreieren.
Renault-Historie in Deutschland
Renault, 1898 von Louis Renault gegründet und damit einer der ältesten und traditionsreichsten Automobilhersteller der Welt, ist seit über 100 Jahren auf dem deutschen Markt präsent: 1901 wird hier zu Lande die erste Vertretung eröffnet. Die folgende übersicht beschreibt in aller Kürze den Weg zur Nr. 1 unter den nicht deutschen Fahrzeuganbietern.
1901: In Deutschland eröffnet der erste Renault-Händler.
1907: Gründung der Renault Frères-Automobil-Aktiengesellschaft in Berlin. Die Firma wird am 17. Oktober ins Handelsregister eingetragen.
1914: Der Erste Weltkrieg stoppt die erfolgreiche Entwicklung von Renault in Deutschland; am 14. Dezember wird das Unternehmen unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt.
1920: Am 27. Januar wird bei der Deutschen Renault ein neuer Aufsichtsrat gewählt. Dieser beschließt auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Lage des deutschen Automarktes die Liquidation der Firma zum 30. September.
1927: Am 23. November ist Renault wieder im Geschäft: In Frankfurt/Main wird die Deutsche Renault Automobil-Gesellschaft mbH gegründet. 1934 verlegt die Gesellschaft ihren Sitz wieder nach Berlin. Fünf Jahre später, bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September
1939, folgt eine weitere Zwangspause.
1949: Im Gründungsjahr der Bundesrepublik Deutschland erfolgt in Baden-Baden der Neustart als Renault Automobilgesellschaft für Deutschland mbH.
1954: Auf der Suche nach einer geographisch und verkehrstechnisch günstigeren Lage entscheidet sich Renault für den Standort Köln.
1959: Das Unternehmen teilt sich in die Deutsche Renault Vermögensverwaltung, die in Köln verbleibt, und die Deutsche Renault Automobilgesellschaft KG, die sich am heutigen Standort Brühl nieder lässt.
1967: Der Marktanteil von Renault steigt erstmals über die Fünf-Prozent-Marke.
1970: Mit einem Marktanteil von sieben Prozent wird Renault erstmals Marktführer unter den nicht deutschen Anbietern.
1978: Das Unternehmen, seit 1971 offiziell die Deutsche Renault AG, verfügt steuert mit 1.600 Händlern das viertgrößte Service-Netz in Deutschland.
1989: Die Berliner Mauer fällt. Kurz darauf knüpft Renault erste Kontakte mit Werkstätten in der Ex-DDR und beginnt als einer der ersten Hersteller überhaupt mit dem Aufbau eines Vertriebsnetzes in den neuen Bundesländern. Nach den schwierigen achtziger Jahren ist das der Startschuss für eine neue, bis heute anhaltende Erfolgsstory.
1991: Erstmals seit 1979 erreicht Renault wieder einen Marktanteil von mehr als fünf Prozent und wird erneut größter nicht deutscher Anbieter. Maßgeblich dafür sind zwei Faktoren: der Bahn brechende Erfolg des Renault 19 und der Blitzstart in Ostdeutschland.
1997: Renault steigert seinen Marktanteil auf über sechs Prozent und bringt mit dem Kompakt-Van Scénic ein revolutionäres Modell auf den Markt. Im Jahr darauf feiert das Unternehmen mit einer Riesenparty in Brühl „100 Jahre Renault”.
1999: Renault hat in Deutschland insgesamt fast 276.000 Fahrzeuge verkauft und damit zum fünften Mal in Folge ein neues Rekordergebnis erzielt. Der Marktanteil in Deutschland steigt von 6,3 Prozent in 1998 auf rund 6,8 Prozent.
2000: In diesem übergangsjahr muss Renault Absatzeinbußen hinnehmen. Dennoch behauptet sich das Unternehmen in einem insgesamt schwachen Markt auf hohem Niveau und stellt die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft.
2001: Bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen legt Renault gegen den leicht rückläufigen Markttrend um 0,32 Prozent zu und steigert den Marktanteil auf 6,21 Prozent (Vorjahr 6,13 Prozent). Der Marktanteil liegt zum fünften Mal hintereinander über sechs Prozent. Renault bleibt mit Abstand stärkste ausländische Automarke in Deutschland.
2002: Renault und Nissan haben in Deutschland zum 10. September 2002 das Unternehmen Renault Nissan Deutschland AG gebildet. Dies ist das Ergebnis der Verschmelzung der Nissan Motor Deutschland GmbH mit der Deutschen Renault AG. Gegen den Trend legt Renault weiter zu. Der Marktanteil steigt auf 6,6 Prozent. |
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tobaka80
Rennfahrer

Geschlecht: 
Anmeldungsdatum: 02.12.2007
Beiträge: 2163
Wohnort: Kall
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Verfasst am:
16.01.2009, 21:04 |
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Na die Geschichten sind ja mal sehr interessant |
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